Playground
K20 Grabbeplatz 5, 40213 Düsseldorf
© K20 Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf/Foto: Linda Inconi-Jansen
Playground K20
Im Museum wird nicht gerannt, geklettert oder gespielt? Von wegen! Diese Ausstellung kehrt die Regeln radikal um und macht das Museum selbst zum fantasievollen Spielraum.
Dafür hat die Künstlerin Sonia Kazovsky gemeinsam mit Oded Rimon eine großformatige, begehbare Installation entworfen, die die größte Ausstellungshalle des Museums ein ganzes Jahr lang vollständig verwandelt. Statt klassischer Kunstwerke erwartet die Besucher:innen eine immersive Landschaft – eine Mischung aus Traumwelt, Bühne und Abenteuerspielplatz.
Eine andere Welt mitten im Museum
Die Installation funktioniert wie ein fantasievoller Mikrokosmos: Hügel, Requisiten und ungewöhnliche Objekte formen eine poetische Umgebung, in der Kinder ihre eigene Geschichte erfinden können. Der Raum ist ausdrücklich zum Mitmachen gedacht – berühren, klettern, rollen, schaukeln und verkleiden ist hier nicht nur erlaubt, sondern Teil des künstlerischen Konzepts.
Zu den zentralen Elementen der Installation gehören unter anderem:
- Ein großer „Wüstenhügel“, von dem Kinder hinunterrollen können
- Ein symbolisches Lagerfeuer, das zum Versammeln, Erzählen oder Ausruhen einlädt
- Eine transformierte Straßenlaterne, die als Schaukel genutzt werden kann
- Kostüme und Requisiten, mit denen die Besucher:innen in verschiedene Rollen schlüpfen
- Spiel- und Fantasiezonen, die sich ständig neu interpretieren lassen
Die Installation funktioniert dabei wie ein offenes Theaterstück ohne festen Ablauf: Die Kinder sind nicht Publikum, sondern Mitgestaltende der Szene.
Kunst, die gespielt werden will
Die Ausstellung steht in einer internationalen Tradition von Projekten, die das Museum als Ort des Spiels neu denken. Vergleichbare Initiativen sind „Tate Play“ in der Tate Modern, ein Familienmitmachprogramm, das seit 2021 jedes Jahr mit neuen Projekten fortgesetzt wird. Oder „BauBau“, ein dauerhafter Spielraum nur für Kinder im Erdgeschoss des Berliner Gropius Baus, der 2024 eröffnet wurde und sich stetig weiterentwickeln soll.
Nach diesen Vorbildern verfolgt auch „Playground“ die Idee, dass spielerisches Entdecken eine eigene Form der ästhetischen Erfahrung sein kann. Dabei wird bewusst die Perspektive des Museums verschoben: Kinder stehen im Zentrum des Publikums, Erwachsene begleiten das Erlebnis – nicht umgekehrt. Für die Großen gibt es zusätzlich eine gemütliche Lese- und Kaffeeecke, von der aus das Spielgeschehen beobachtet werden kann.
Ein Jahr Spielraum im Museum
Die begehbare Kunstlandschaft bleibt über ein Jahr lang zugänglich. Damit wird das Museum zu einem wiederkehrenden Erlebnisort für Familien, Schulklassen und kreative Entdecker:innen.
Die Ausstellung ist Teil des Programms der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, die ihre Institution bewusst stärker öffnet und zeigen möchte, dass zeitgenössische Kunst auch durch Bewegung, Fantasie und gemeinsames Spiel erfahrbar werden kann.
Zu bespielen bis 9. Mai 2027.

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