Was das Nashorn sah, als es auf die andere Seite des Zauns schaute
Opernhaus Dortmund Platz der Alten Synagoge, 44137 Dortmund
© Theater Dortmund
Szenenbild
Die Oper Dortmund bringt das mehrfach ausgezeichnete Theaterstück von Jens Raschke über das Grauen des Holocaust für Publikum ab 12 Jahren auf die Bühne.
„Stellt euch einen Zoo vor, vor vielen Jahren, auf einem Berg – bombastischer Ausblick! Um den Zoo herum leben Menschen in einer Stadt, die allerdings nur aussieht wie eine Stadt.“
Denn in Wahrheit ist diese "Stadt" ein Gefängnis. In den schmucken Häusern dort wohnen die Gestiefelten, in den heruntergekommenen die Gestreiften. Und rund um diese Baracken zieht sich ein summender, brummender Stacheldrahtzaun. Weil die Gestiefelten sich gut um die Tiere im Zoo kümmern, mischen die sich auch nicht in deren Angelegenheiten. Papa Pavian ignoriert den riesigen Schornstein, aus dem oft Flammen lodern, und verschließt die Nase vor dem unerträglichen Gestank. Und das Murmeltiermädchen hat einfach vergessen, was damals mit dem Nashorn passiert ist. Doch dann wird ein junger Bär in den Zoo eingeliefert, dem das alles sehr seltsam vorkommt. Er weigert sich wegzusehen und mischt sich ein.
Einen Zoo wie diesen gab es tatsächlich: neben dem Konzentrationslager Buchenwald. Aus der parabelhaften Perspektive der Tiere wirft Autor Jens Raschke einen Blick auf das Grauen des Holocaust. Es geht nicht allein um das aktive Gedenken dieses Teils deutscher Geschichte, sondern auch um die Frage: Welche Strategie des Umgangs wählen wir, wenn wir auf der anderen Seite des Zauns schreckliche Dinge beobachten? Sind wir Bär oder Pavian?
Im Anschluss an die Oper folgt ein Nachgespräch.
Eintritt: Kinder und Jugendliche 7, Erwachsene 13 Euro

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