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Kinder, Handy, digital
Eine aktuelle Studie der Landesanstalt für Medien NRW zeigt: Viele Kinder nutzen WhatsApp längst wie ein Social-Media-Netzwerk – und erreichen dabei teilweise Tausende von Followern.
Zu jung für Social Media, aber WhatsApp ist okay – so denken viele Eltern, wenn Kinder ihr erstes Smartphone bekommen. Was viele dabei nicht wissen: Ihr Kind kann längst ein kleiner Influencer sein – auf WhatsApp. Seit der Einführung der „Kanal-Funktion“ 2023 lässt sich der Messenger wie eine Social-Media-Plattform nutzen.
Die Landesanstalt für Medien NRW hat jetzt untersucht, wie Kinder und Jugendliche WhatsApp-Kanäle nutzen. Dafür wurden 100 Kanäle von Minderjährigen analysiert und Nutzende zwischen 12 und 18 Jahren befragt. Das Ergebnis: Vor allem Kinder ohne Zugang zu klassischen Sozialen Netzwerken betreiben aktiv WhatsApp-Kanäle – oft ohne Wissen der Eltern. Viele unterschätzen die Risiken und die Menge an persönlichen Infos, die sie so mit Hunderten oder Tausenden Fremden teilen.
Zwischen Messenger und Social Media
Kanäle auf WhatsApp funktionieren anders als klassische Chatgruppen: Nur die Admins können Beiträge veröffentlichen, während alle anderen nur eingeschränkt reagieren können – zum Beispiel mit Emojis oder Abstimmungen. Wer trotzdem mehr Austausch möchte, lädt seine Follower:innen zusätzlich in separate Chatgruppen ein. So entsteht ein Erlebnis, das dem von Social-Media-Plattformen ähnelt: Kinder und Jugendliche können Inhalte teilen, kommentieren, liken und diskutieren – alles innerhalb von WhatsApp, ohne dass eine klassische Social-Media-App genutzt wird.
Hunderte Fans, unkalkulierbare Risiken
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Die Studie zeigt, dass nicht nur Gleichaltrige, sondern auch Erwachsene den WhatsApp-Influencern folgen. Wer Chatgruppen erstellt, veröffentlicht zwangsläufig die eigene Telefonnummer – was ein erhebliches Cybergrooming-Risiko birgt. Zudem lassen Inhalte Rückschlüsse auf Wohn- und Aufenthaltsorte zu, was ungewollte reale Kontakte nach sich ziehen kann.
Vielfältiger Content
Die Kanäle bieten alles: Online-Tagebücher, Lifestyle, Tanzvideos, Hobbys oder Tipps zu Liebe und Beziehung. Posts wie „Heute zeige ich euch meinen neuen Pyjama“ sind dabei Alltag, und private Einblicke werden öffentlich.
WhatsApp zeigt, wie schnell sich die Online-Welt wandelt und wie schwer Eltern die Nutzung ihrer Kinder im Blick behalten,
betont Dr. Tobias Schmid, Direktor der Landesanstalt für Medien NRW.
Kinder brauchen Vertrauen und klare Regeln
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Kinder, Handy, mobil, digital, Medien
Wenn Kinder wichtige Sicherheitsregeln verinnerlichen, ist schon viel gewonnen: Sprich nicht mit Fremden, teile keine persönlichen Infos und sage den Eltern, wen du triffst. Gleichzeitig fordert die Landesmedienanstalt, dass WhatsApp Verantwortung für die Sicherheit von Kindern übernimmt – wer sich verweigert, wird ein Fall für Medienaufsicht und Regulierung.
WhatsApp gibt ein Mindestalter von 13 Jahren vor. Eltern sollten vor der Nutzung über die Kanal-Funktion sprechen, Regeln für Inhalte festlegen und persönliche Informationen wie Wohnort, Aufenthaltsorte oder Identität nicht teilen.
Elternabend nicht verpassen:
Am 17. März um 19 Uhr bietet die Landesanstalt für Medien NRW einen kostenfreien, digitalen Elternabend zu WhatsApp-Kanälen an: Hier geht's zur Anmeldung.
Hilfe bei Cybergrooming:
Meldungen können unkompliziert bei der Landesanstalt für Medien NRW erfolgen: www.medienanstalt-nrw.de/beschwerde
