© Ruhr Uni Bochum/Jugend forscht
Jugend forscht. NRW Landessieger 2026
Alle 76 Landessieger:innen bei der Preisverleihung
Mit verblüffenden Ideen für morgen überzeugen Nordrhein-Westfalens Nachwuchsforschende beim Landesfinale des bundesweiten Wettbewerbs "Jugend forscht".
Künstliche Intelligenz, Ameisenforschung und sogar ein selbstbalancierendes Fahrzeug mit Propellern: Beim Landeswettbewerb von Jugend forscht in Nordrhein-Westfalen wurde einmal mehr deutlich, wie viel Kreativität und wissenschaftliche Neugier in jungen Menschen steckt.
Vom 17. bis 19. März 2026 präsentierten 76 Nachwuchsforschende im Alter von 15 bis 21 Jahren insgesamt 47 Projekte im Alfried-Krupp-Schülerlabor der Ruhr-Universität Bochum – und beeindruckten die Jury mit ihren Ideen. Das Wettbewerbsjahr steht unter dem Motto „Maximale Perspektive!“ – und genau diese Vielfalt spiegelte sich in den Projekten wider: von mathematischen Analysen klassischer Musik über medizinische Wirkstoffforschung bis hin zu innovativen Fahrzeugkonzepten.
Dem Landeswettbewerb ging eine große Auswahlrunde voraus: 683 junge Forschende aus ganz Nordrhein-Westfalen hatten sich zunächst mit ihren Projekten beworben. Die besten qualifizierten sich über Regionalwettbewerbe für das Finale in Bochum. Bemerkenswert: Elf Teilnehmende kamen von deutschen Auslandsschulen, unter anderem aus Spanien, Ungarn und Bulgarien, und reisten eigens für das Finale nach Nordrhein-Westfalen an.
Kreative Lösungen für reale Probleme
Die ausgezeichneten Projekte zeigen, wie breit die Themenpalette des Wettbewerbs ist: Im Fachgebiet Arbeitswelt entwickelte der 14-jährige Rezan Aaron Yalçin eine digitale Plattform, über die Jugendliche unkompliziert und transparent lokale Gelegenheitsjobs finden können. Ein weiteres Siegerteam programmierte eine App, die Schüler:innen hilft, Künstliche Intelligenz kritisch und datenschutzbewusst zu nutzen.
Im Bereich Biologie untersuchten zwei Forschende die Schwarmintelligenz bestimmter Ameisenarten und analysierten, wie sich deren Strategien auf gesellschaftliche Systeme übertragen lassen. Auch medizinische Fragestellungen spielten eine Rolle: Ein Schüler modifizierte im Fachgebiet Chemie den Wirkstoff des Schmerzmittels Ibuprofen so, dass er erst im Blut freigesetzt wird – ein Ansatz, der mögliche Reizungen im Magen-Darm-Trakt reduzieren könnte.
In Geo- und Raumwissenschaften untersuchte ein Team aus Münster das Doppelsternsystem Mizar A und zeigte, wie sich ihre Methode zur Analyse weiterer Sternsysteme einsetzen lässt. Und der Physik-Landessieger erforschte, welche Faktoren die Laufzeit einer Sanduhr beeinflussen – Erkenntnisse, die auch bei komplexen Systemen wie Verkehrsströmen hilfreich sein können.
Spektakulär war ein Projekt aus dem Bereich Technik: Ein 16-jähriger Schüler entwickelte einen so genannten „Velopropter“ weiter – ein zweirädriges Fahrzeug ohne Fahrer, das sich mithilfe zweier Propeller selbst stabilisiert. Ein weiterer Preisträger konstruierte ein kostengünstiges 3-D-Tracking-System, mit dem sich die Position von Personen oder Objekten in Innenräumen exakt bestimmen lässt. Solche Technologien könnten künftig beispielsweise bei automatisierter Bühnenbeleuchtung eingesetzt werden.
Auf dem Weg zum Bundesfinale
Insgesamt 15 junge Talente aus Nordrhein-Westfalen qualifizierten sich beim Landesfinale für den Bundeswettbewerb von Jugend forscht. Das große Finale findet vom 28. bis 31. Mai 2026 in Herzogenaurach statt und wird gemeinsam mit dem Technologieunternehmen Schaeffler ausgerichtet.
Der Wettbewerb gilt seit Jahrzehnten als wichtigste Bühne für junge MINT-Talente in Deutschland. Ziel ist es, Jugendliche für Naturwissenschaften, Technik und Informatik zu begeistern und ihre Ideen früh zu fördern.
Noch ein Wettbewerb steht bevor
Während die älteren Teilnehmenden nun auf das Bundesfinale blicken, steht in Nordrhein-Westfalen ein weiterer Termin im Kalender: Der Landeswettbewerb der jüngeren Kategorie Jugend forscht junior findet am 9. Mai 2026 in Essen statt.
Bis dahin bleibt eines klar: Die Projekte zeigen eindrucksvoll, wie viel Innovationskraft in der jungen Generation steckt und welche Ideen schon heute die Welt von morgen formen.
