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Bunte Ostereier, selbst gefärbt oder gekauft?
Was haben Eier eigentlich mit Ostern zu tun und warum werden sie bunt gefärbt? Welche Farben eignen sich am besten? Sollten die Eier abgeschreckt werden und wie lange bleiben hartgekochte Eier frisch?
Warum werden Ostereier bunt gefärbt?
Eier gelten als Symbol für Fruchtbarkeit, neues Leben und Wiedergeburt. Genau wie der Hase, der traditionsgemäß die Eier versteckt, und für Fruchtbarkeit und Geburt steht – passend zur Auferstehung Jesu Christi, die an Ostern gefeiert wird. Zur Tradition des Eierfärbens gibt es verschiedene Theorien, eine leuchtet besonders gut ein: Im Mittelalter galt zwischen Aschermittwoch bis Karfreitag eine strenge Fastenzeit, in der nicht nur der Verzehr von Fleisch untersagt war, sondern auch der von Eiern. Damit die in dieser Zeit gelegten Eier aber nicht entsorgt werden mussten, wurden sie hartgekocht und damit haltbar gemacht. Um dann eine Verwechslung mit frischen Eiern zu vermeiden, wurden die „alten“ Eier einfach bunt gefärbt.
Einheitliche Kennzeichnung: Fehlanzeige
Über den Erzeuger-Code, der auf der Schale von rohen Eiern aufgedruckt sein muss, erfahren Verbraucher:innen Informationen über Herkunft der Eier und Haltungsform der Hennen. Eier aus tiergerechter Erzeugung, z. B. aus ökologischer oder Freilandhaltung, sind an den Ziffern "0" und "1" zu erkennen. Bei bunten, vorgekochten Eiern aus dem Handel müssen aber nur das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) und die Farbstoffe, die verwendet wurden, auf der Verpackung gekennzeichnet werden. Über die Haltung erfährt man durch die Kennzeichnung meist nichts, diese Angaben sind lediglich freiwillig. „Werden gefärbte Eier lose – also ohne Umverpackung – angeboten, erfährt man nicht einmal das MHD“, erklärt dazu Verena Buffy von der Verbraucherzentrale. Bei gefärbten Eiern ohne Angaben zur Haltung kann man davon ausgehen, dass diese eher aus Käfighaltung stammen.
Einfach selber färben
Wenn man Klarheit über die Herkunft will, färbt man die Eier einfach selbst. Das macht ja gerade mit Kindern auch viel mehr Spaß. Dabei wird das Färben mit Pflanzen und Gewürzen aus Küche und Garten sogar zu spannenden Experimenten. Welch schöne Farbtöne mit Roter Bete, Brennnesselblättern, Kamillenblüten oder Zwiebelschalen entstehen, kann man leicht selber herausfinden: Einfach die natürlich färbenden Knollen, Blätter, Schalen oder Blüten ins kochende Wasser geben und so lange kochen lassen, bis sich das Wasser intensiv gefärbt hat. Die Eier mit Essigwasser säubern, danach mit klaren Wasser abspülen und kochen - so halten die Farben besser. Die hartgekochten Eier werden dann etwa 30 Minuten in das lauwarme Färbewasser gelegt. Mit einem Tropfen Speiseöl kann man sie anschließend auf Hochglanz polieren, so dass die Farben strahlen.
Aber auch gekaufte Ostereierfarben aus dem Supermarkt - wie Brausetabletten oder bunte Stifte - sind heute meist unbedenkliche, wasserlösliche natürliche und synthetische Farbstoffe, die laut Lebensmittelgesetz zur Färbung von Lebensmitteln zugelassen sind. Dabei handelt es sich um die gleichen Lebensmittelfarben, die auch zur Süßigkeitenherstellung verwendet werden. Allergiker können allerdings auf diese Farbstoffe reagieren und sollten daher vorsichtig sein.
Gekochte Eier abschrecken oder nicht?
Durch das Abschrecken von Eiern entsteht ein Temperaturschock, bei dem sich eine Luftschicht unter der Schale bildet, durch die Mikroorganismen leichter ins Ei gelangen können. Die Haltbarkeit von nicht abgeschreckten Eiern mit unverletzter Schale beträgt mehr als vier Wochen. Abgeschreckte Eier mit intakter Schale müssen auch bei kühler Lagerung innerhalb von zwei Wochen verzehrt werden. Dass sich die Schale bei abgeschreckten Eiern leichter lösen lässt, stimmt übrigens nicht. Das dient nur dem Unterbrechen des Kochvorgangs, auf die Pellbarkeit der Haut hat der Vorgang keinen Einfluss. Lässt sich ein Ei schwer abpellen, dann heißt es, dass es erst vor Kurzem gelegt wurde.
Stallpflicht wegen Geflügelpest – was jetzt?
Aktuell gilt aufgrund der Geflügelpest für Legehennen in mehreren Bundesländern eine Stallpflicht (NRW nur teilweise). Ein Auslauf ins Freigelände ist also nicht möglich. Für eine Übergangszeit von 16 Wochen dürfen Freiland-Eier dennoch als solche vermarktet werden. Nach Ablauf dieser Übergangsfrist müssen Eier aus Freilandhaltung als Eier aus Bodenhaltung gekennzeichnet werden.
Bei Bio-Eiern bleibt in der Regel der Bio-Status erhalten. Hier werden bei der Hennenhaltung weit mehr Kriterien erfüllt als nur der Auslauf ins Freie, um als Bio-Ei vermarktet werden zu dürfen. Das Risiko, dass das Virus auf den Menschen übertragbar ist, wird übrigens als sehr gering eingestuft.
